AUSSTELLUNGSRAUM MAXIM KÖLN

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Roseline Rannoch

Eröffnung Freitag, 05. September 2008, 19h
Ausstellung 06./ 07. September, 14 -19h

Fotos von der Ausstellung:

 


Roseline Rannoch
*1974 in Neuss, lebt und arbeitet in Berlin
Studium der Medienkunst und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.
Studium Regionalwissenschaften Lateinamerika, Kulturwissenschaften und Philosophie in Berlin
Seit 2005 Direktion Projektraum Montgomery, Berlin, mit Julia Pfeiffer

Dinge und Proben von Dingen, von Objekten, von Stoffen, von Teilen von Dingen, gefunden, gegossen, geflochten, geworfen, aufeinander gestapelt, hängend, Sachen und Proben von Fragmenten von Stoffen, von Formen werden von Roseline Rannoch so angeordnet, so vereint, dass man ihre gewohnte Ordnung, der sie entstammen, noch ahnt, aber bereits konzentriert ist auf den Versuch, ein anderes Wahr-Nehmen und Be-Greifen der Welt einzuschlagen. All diese dort zusammengefundenen Dinge vereinen sich plötzlich auf einer anderen Stufe der Sinnhaftigkeit; sie sind alle von hier, die Objekte und Objektstücke und Teile von Teilen, von dieser Welt, führen aber von hier aus in eine andere Dimension des Sehens und Verstehens, verbinden sich irgendwo anders als hier, verdichten sich zu anderen Bedeutungen und Begriffen, sie werden zu Modellen und Theorien einer Weltauffassung, zu einer Metaphysik jenseits des ehemals metaphysisch beschworenen Wesens der Dinge, aber tief in ihnen verankert. Roseline Rannoch nimmt die Dinge aus ihren gewohnten Kontexten heraus, abstrahiert sie, aber sie tut noch viel mehr. Sie abstrahiert die Formen der Dinge von ihren Stoffen und die Stoffe der Dinge von ihren Formen. Sie trennt den Stoff und die Form an den unerwartetsten Stellen der Objekte, sie schneidet sie auf, lässt sie rollen, hängen, gegeneinander stoßen, am Rande des Möglichen, so, dass es fast nicht mehr zu gehen scheint, sie schiebt die Stofflichkeiten an den Rand ihrer Gestalten; so entblößt und dann auch gleich wieder verdeckt mit anderen Bedeutungen, werden die Dinge zusammengestellt zu Konstellationen mit ver-rückten Perspektiven, die nicht weniger sind als ganz neue und noch stumme Begriffe von der Welt und ihren Verhältnissen konzentriert, da-seiend, gegenwärtig und dem verbal Zugänglichen voraus.

Olga Lewicka