AUSSTELLUNGSRAUM MAXIM KÖLN

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Garth Johnson, Claire Joyce

Eröffnung Freitag, 15. August 2008, 19h
Ausstellung 16./ 17. August, 14 -19h

„Extreme Craft Roadshow"
Vortrag von Garth Johnson
Sonntag, 17. August, 19h

   

Garth Johnson
*1973 Lincoln, Nebraska, lebt und arbeitet in Huntington Beach, CA, USA
B.F.A. University of Nebraska-Lincoln
M.F.A. New York State College of Ceramics at Alfred
Lehraufträge
Golden West College, Huntington Beach, Ca, Art History; Graphic Design History
Columbus State University Columbus, GA
Georgia State University, Atlanta, GA
www.extremecraft.com

Garth Johnson ist Künstler, Grafiker, Dozent, Musiker und Autor. In seiner künstlerischen Arbeit setzt er sich mit dem Material Keramik an der Grenze zwischen Hoch- und Popkultur auseinander.
Seifenflaschen werden zu Gussformen, die Abgüsse bekommen güldene Henkel appliziert und werden mit Strasssteinbuchstaben und brennofentauglich bearbeiteten Photoshopschnipseln verziert. Das Ergebnis sind zeitgemäße Kuriositäten.
Industriell gefertigte Teller mit kitschigen, biblischen oder weihnachtlichen Motiven werden mit flottem Strich übermalt und mit kryptischen sexuellen Anspielungen versehen.
Analog zu dieser Verwendung von Readymades bei der Herstellung seiner Kunstobjekte widmet er sich seit drei Jahren auf seinem Blog www.extremecraft.com intensiv der Beschreibung gefundener Extrembeispiele kunsthandwerklicher Privatergüsse.
In seinen aktuellen Arbeiten beschießt er weiße Teller oder Papier mit selbstgefüllten Paintball Kugeln. Dies ist für ihn das vorläufige Ende einer langen Suche nach Methoden radikalster Porzellanglasur: „From the whoosh of air and the slight kick of the gun to the beautiful paint splat on the other end, paintball is the ultimate aesthetic experience; frozen moments in time that show the beauty and brutality of the paintball as it breaks.“ (G. Johnson)
Im Rahmen seiner Ausstellung im Maxim hält er einen Vortrag zum Thema „Extremecraft: A compendium of art masquerading as craft, craft masquerading as art and craft extending its middle finger.“

 

Claire Joyce
*1976 in Missouri, USA, lebt und arbeitet in Huntington Beach, CA
M.F.A., University of Georgia, Athens, GA

Claire Joyce fertigt riesige detaillierte Glitter-Paintings von ausgeprägter Farbigkeit. Ihre ironisch-erotischen Selbstportraits platziert sie im Zentrum der Welt, drumherum normale Landschaften und banale Alltagsgegenstände. Handys, unordentliche Schubladen und etwas Essen und Trinken. Die Herstellung dieser aufwändigen Tagebuchseiten bedeutet monatelange handwerkliche Meditation. Ein Verfahren, das an Sandmandalas tibetischer Mönche erinnert. Joyces Hingabe an die strenge Methodik findet sich aber auch in populären amerikanischen Kunsthandwerkszweigen wie dem Quilting oder der Stickerei.
Die in ihren Arbeiten behandelten Gedanken und Gefühle liegen im Moment der Fertigstellung schon wieder weit zurück. So entwickelt sie einen heiter distanzierten Blick auf das 21. Jahrhundert und sich selbst und hebt beides auf einen profanen Thron aus Glitzer. Eigene Kindheitserinnerungen werden durch verquere Selbstinszenierung in Beziehung zu kunstgeschichtlichen Kindheitsmotiven gesetzt.
Die verwendeten Referenzen an Kirchenfenster korrespondieren mit dem überwältigenden Glanz ihrer Arbeiten und werden durch die Vermischung mit Cartoon Elementen wieder entmystifiziert.

 

Fotos von der Ausstellung: