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"Don't call us - we call you"
Tina Beifuss, Florian Neufeldt, Lorenzo Pompa, Constantin Wallhäuser
Eröffnung Freitag, 22. August 2008, 19h
Ausstellung 23./ 24. August, 14 -19h
Fotos
von der Ausstellung:

Lorenzo Pompa, Constantin Wallhäuser, Tina Beifuss

Tina Beifuss, Florian Neufeldt, Lorenzo Pompa

Tina Beifuss, Lorenzo Pompa

Constantin Wallhäuser, Lorenzo Pompa, Florian Neufeldt

vorn: Tina Beifuss

Lorenzo Pompa

Constantin Wallhäuser

Tina Beifuss
Florian Neufeldt

Lorenzo Pompa

Neufeldt, Pompa

Lorenzo
Pompa

Tina Beifuss

Tina
Beifuss

Florian
Neufeldt

Constantin
Wallhäuser

Tina
Beifuss
*1977
in Aalen, lebt und arbeitet in Dresden,
Studium freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf
Tina
Beifuss benutzt Materialien wie Stoffe, Seile oder Vorhänge, die
sowohl stabil als auch beweglich sind und zwingt ihnen ihren Willen auf.
Sie lässt sie erstarren und befreit sie von ihrer Funktionalität.
Leder und Thermofolie wollen sich nicht verbinden, sind einander aber
ausgeliefert. Durch aggressiven Kunststoffeinsatz entstehen erstarrte
Materialschlachten. Glattpolierter Gips glänzt wie Marmor. Undeutliche
Glücksmomente werden gewaltsam in einem fragilen, giftig anmutenden
Gleichgewicht gehalten. In der Verwandlung bleibt die Erinnerung an den
vergangenen Nutzen. Pompeji. Friedensfahnen gehisst auf schwarzledernen
Bergen. Eine kleine Eruption hält sich noch kurz
nach dem goldenen Augenblick knapp über dem Boden in der Schwebe,
will zusammenfallen oder sich mühsam wieder aufrichten. Der erste
Hauptsatz der Thermodynamik, dass keine Energie verloren geht, stimmt
hier nicht. Tina Beifuss hat die Zeit angehalten, und das Resultat ist
faszinierend und bestürzend zugleich.
Florian
Neufeldt
* 1976, lebt und arbeitet in Berlin
1997-99 Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg
1999-2005 Soziologie, Philosophie, Geschichte an der Universität
zu Köln und FU Berlin; Diplom 2005
Florian
Neufeldt entwirft konzentrierte Objekte, die in ihrer Form präzise
und eindeutig sind. Er beschränkt sich auf das Nötigste und
vermeidet materiellen Ballast.
Die Installationen bekommen dadurch eine bezwingende Gegenwärtigkeit.
Manche wirken wie Versuchsanordnungen, die einen physikalischen oder sogar
mathematischen Schluss verdeutlichen. Andere scheinen universelle Denkprozesse
zu verkörpern. Oft kreisen seinen Arbeiten monoton um ein Zentrum.
Die Geschwindigkeit findet durch dauernde Wiederholung zu einer Art Stillstand.
Innerhalb des schwarzen Wellpappenzylinders dreht ein nicht ganz zentrierter
Klöppel seine Runden. Die Bewegung bleibt im Innern und verrät
sich nur manchmal durch dumpf erklingendes Holpern. Der Klang entlarvt
das wuchtige Objekt als hohl. Trotz seiner Größe lenkt es,
wie viele andere Arbeiten von Florian Neufeldt, die Aufmerksamkeit auf
seine Umgebung. Die Konstruktionen füllen den Raum, ohne ihn beherrschen
zu wollen.
www.florianneufeldt.com

Lorenzo
Pompa
*1962 in Krefeld, lebt und arbeitet in Düsseldorf
Studium der Architektur in Rom und Düsseldorf,
Studium Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf,
In einer
sehr klaren, fast zeitlosen Sprache geht Lorenzo Pompa von klassischen
Fragen der Skulptur aus und konterkariert diese mit ironischen Aufsätzen
und Deformationen. Er vermeidet dabei die Verwendung vorgefundenen Materials.
Eigene Fertigung ist ein wichtiger Ausgangspunkt für seine Arbeiten.
Die teilweise obsessiv gestalteten Oberflächen wirken nur von weitem
minimal.
Auch bei der Verwendung von Sockeln spielt er mit der Hinterfragung der
Skulptur. Die Wertigkeit wird verschoben. Der kunstvolle Sockel und die
fragmentarische Skulptur sind aus demselben Material und aus einem Guss,
die Übergänge fließend. Das Ergebnis sind Artefakte von
lakonischer Eleganz.
In seinen neueren Gipsarbeiten weitet Lorenzo Pompa die Kritik an der
Skulptur auf eine Infragestellung des umgebenden Gebäudes aus. Getäuscht
durch die schöne weiße Oberfläche, verliert der Betrachter
sein Misstrauen. Säulen reichen genau vom Boden bis zur Decke, die
versprochene Stützfunktion halten sie nicht ein und scheinen vielmehr
selbst die Decke als Stütze zu benötigen. Andere sind schon
eingestürzt, hingeschleudert wie durch eine Explosion. Mit Hilfe
von Unterdruck verformt oder voller Auswucherungen. Die ersten Eindrücke
von Zufälligkeiten halten einer näheren Betrachtung aber nicht
stand, zu komplex ist das Verhältnis von Figuration und Abstraktion.

Constantin
Wallhäuser
*1975 in Siegen, lebt und arbeitet in Berlin
Studium Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg
und Georg Herold (Meisterschüler)
Constantin
Wallhäuser baut prächtige Bühnen von beinahe aufdringlicher
Präsenz. Seine barocken Inszenierungen sind exakt gebündelte
Energien, manchmal aber auch einfach dicke Brocken. Sie werden oft mit
eleganten und komplexen Projektionstechniken umgesetzt.
Der Blickwinkel des Betrachters wird gelenkt. Die Arbeiten suchen ihn.
Sie sind stolz und scheinen zu rufen:„Schau mich an!“
Die Skulpturen und Installationen gehen von den Gegebenheiten der Ausstellungssituation
aus und positionieren sich dort offensiv und körperlich. Die oft
verwendeten oder hergestellten Apparaturen geben Beweglichkeit dazu, ziehen
aber einen Schwanz von Kuriositäten, Theater, Schmerz und Schnörkel
hinter sich her und suggerieren die schicksalhafte
Vergangenheit ganzer Epochen.
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