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Anja Kempe
Eröffnung Freitag, 12. September, 19h
Ausstellung 13./ 14. September, 14 -19h
Fotos
von der Ausstellung:








Anja
Kempe
*1973 in Bad Urach, lebt und arbeitet in Köln und Leipzig
Studium an der staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe
Studium an der Kunsthochschule für Medien in Köln
Künstlerische Mitarbeit an der Hochschule für Grafik und Buchdruck
Leipzig
Direktion Projektraum Maxim (mit Robert Kraiss und Tina Tonagel)
Anja
Kempe inszeniert in ihren Installationen Dialoge zwischen dem Betrachter
und dem ihn umgebenden Raum. Sie geht von den vorgefundenen Gegebenheiten
aus und setzt durch präzise Eingriffe eine Wahrnehmungsverschiebung
in Gang. Ihre Hilfsmittel sind sowohl Baumarkt-Standards wie Styroporplatten,
Dachlatten und Tesakrepp als auch ausgefeilte Software und spezifische,
interaktive Schnittstellen.
Es entstehen architektonische Ergänzungen und dynamische Raumbilder,
die mit den Bewegungen der Betrachter korrespondieren. Trotz der bisweilen
aufwändigen Verfahren erscheinen die Änderungen minimal.
Aus den Augenwinkeln betrachtet fällt die absurde Platzierung einer
Treppe in einem Schaufenster gar nicht auf. Nur bei genauem Hinsehen stellt
man fest, dass sie ausschließlich aus Papier besteht. Die Attrappe
erweitert den Raum um eine fiktive Dimension.
Auch in Stopptrick-Filmen werden Umgebungen vermessen und ausgedehnt.
Wenn Deckenplatten durch die Ausstellungshalle wandern und Zimmerecken
sich auflösen, werden gängige Vorstellungen von Raum und Zeit
aufgehoben.
In der Arbeit „Ob der Stab...“ erfasst der Besucher sensuell
die Raumdimensionen, indem er eine viel zu lange Alustange durch den Raum
bewegt und dabei schwarze Striche als Spuren an den Wänden hinterlässt.
Die veränderten Positionen der Stange werden zeitgleich von einer
Kamera aufgenommen. Eine hierfür entwickelte Software isoliert die
Bewegungen des Stabes vom Bildhintergrund und wandelt sie um in eine langsam
wachsende Schraffur, eine grafische Plastik der Zeit. Die spontane Geste
des Betrachters bleibt erhalten: Die ungelenke grobe Wandzeichnung und
die fein geschwungene Computergrafik sind zwei Resultate derselben Bewegung.
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